d20modern Gameslog: Land of the Dead

Tag 1:

Mein Name ist Chris Fence. Ich bin Farmer hier in Idaho. Naja, ich war wohl Farmer, und vielleicht bin ich es irgendwann wieder. Jetzt bin ich aber wohl eher erst mal Überlebender. Ich habe noch nie so etwas wie ein Tagebuch geführt. Das einzig regelmäßige Buch, war das für meine Buchhaltung. Das ist jetzt wohl auch für die Füße. Na egal.

Ich war heute Abend zuhause, und fertig mit dem Abendessen. Wollte mir noch ein schönes, kaltes Bier gönnen und ein bischen fernsehen. Plötzlich flackerte die Lampe kurz und ging aus. Kein Grund zur Beunruhigung, das passiert hier in der Gegend von Zeit zu Zeit. Ich ging also zum Telephon, um bei der Stromfirma anzurufen und die Störung zu melden, als ich aus dem Fenster in meinen Vorhof schaute. Da stand ein Mann einfach so rum. Er machte gar nichts, stand einfach nur da.

Also bin ich raus, um herauszufinden, was der wollte. Von der Veranda aus rief ich den Typ, und der dreht sich um, und sieht aus, wie durch die Mangel gedreht. Ich dachte, er hatte einen Unfall oder sowas. Glasiger Blick, überall Blut, zerfetzte Klamotten. Anstatt irgendwie zu reagieren, stolpert der Typ auf mich zu, und kriegt keinen Satz über die Lippen. Ich versuche zu verstehen, was er sagt, aber ich höre nur unzusammenhängendes Gestöhne und Gebrabbel. Völlig kaputt, der Typ.

Vorsichtig sage ich ihm, daß er stehen bleiben soll, aber der läuft einfach weiter, und als er die Veranda hochkommt, versucht der doch wirklich, mich zu beißen. Mich zu beißen. Er schnappt in die Luft, wo kurz vorher noch meine ausgestreckte Hand war, und ich brülle ihn an, ob er übergeschnappt ist oder sowas. Als er nach mir schlägt, und das gibt ganz sicher einen üblen blauen Fleck, trete ich zu, daß er rückwärts wieder runterstolpert. Zurück im Haus, knalle ich die Tür zu und schließe ab. Kurz danach hämmert der Typ gegen die Tür, daß das Holz zittert, und ich denke nur, der macht mich kalt.

Ich also hoch auf den Dachboden. Dort liegt ja noch mein Revolver, glaube ich. Ich stürme also hoch, und sehe das Chaos, und denke nur, daß ich wirklich mal hätte aufräumen müssen. Also durchwühle ich den Schrank und finde den Colt wirklich, aber nur fünf Patronen, weil irgendwann die Schachtel mit denen umgefallen ist, und jetzt alle komplett im Schrank verstreut sind. Mist! Da höre ich von unten auch schon die Tür splittern. Jetzt ist die auch noch kaputt. Was ist hier bloß los?

Da höre ich den auch noch die Treppe hochkommen, und renne so schnell ich kann wieder runter. Der Typ taumelt Stufe für Stufe hoch, und glotzt einfach nur so in den Lauf meines Revolvers. Ich brülle, er soll stehen bleiben und abhauen. Ich brülle ihn an, und der stolpert einfach weiter auf mich zu, und knurrt. Der Typ knurrt!

In Panik drücke ich ab, und der fällt in einem riesigen Blutspritzer gegen die Wand zurück. Dem habe ich das Herz rausgepustet. Und er bleibt stehen, und gafft mich an. Dann grunzt er völlig gleichgültig und kommt wieder auf mich zu. Schnappend und mit ausgestreckten Fäusten. Mein Herz rast, und ich spüre, daß meine Zunge wie ein trockener Lappen Fleisch an meinem Gaumen klebt, und ich drücke nochmal ab.

Der Rückschlag des Colts haut mich zurück, und die Kugel durchschlägt dem Kerl den Hals kurz unterm Mund. Was ich sehe lässt mich entsetzt lachen: Ein riesiges Loch klafft im Hals, die Zunge hat es ihm aus dem Mund gerissen, und die flattert jetzt hinter seinem Kopf aus dem Loch im Hals raus! Völlig unberührt schlägt der Typ wieder nach mir, und ich bin so starr vor Entsetzen, daß er mich voll in den Schrank hinter mir drischt.
Auf dem Arsch liege ich und drücke nochmal ab. Plötzlich platzt der Kopf auf. Ich sehe Haare, Blut, Knochen und Hirn in die Luft fliegen. Das alles bleibt an der Wand kleben, ich werde damit besprüht, und merke, wie mir das Kotzen den Hals hochsteigt, als ein unbeschädigtes Auge auf meinem Bauch aufklatscht. Der kopflose Kerl fällt rückwärts die Treppe runter, und als ich dem hinterherschaue, sehe ich zwei weitere von diesen kranken Typen die Treppe hochkommen. Na was heißt Typen. Der zweite war eine Frau. "War" ist wohl hier das wichtige Wort!

Jedenfalls war ich dann schneller wieder auf den Beinen, als man für möglich hält. Mir war klar, mit meinen Fäusten richte ich hier nichts aus. Da ich nur noch zwei Patronen hatte, blieb mir nichts anderes übrig, als nochmal auf den Dachboden zu rennen, und zu hoffen, daß ich jetzt mehr Glück mit den Patronen haben würden. Wieder oben durchwühlte ich weiter die Sachen im Schrank, und hörte dabei die Schritte einen Stock tiefer herumstolpern. Es würde nicht mehr lange dauern, und die kämen hier hoch. Nach einigen schweißtreibenden und angsterfüllten Sekunden fand ich endlich die Schachtel mit den Kugeln. Schnell war der Colt geladen, die Patronen in der Hosentasche verstaut, und ich die Treppe wieder runter.

Kaum unten, kamen mir diese beiden Freaks schon geiferspuckend entgegen. Ich also mit einem Satz über das Geländer, und weiter runter. Die beiden überschlugen sich beinahe dabei, mir hinterher zu kommen und einer fiel über den anderen. Erst da fiel mir auf, daß die Frau ganz sicher nicht einfach nur verrückt war. Was ich sah, liess mich auf die andere Seite des Zauns vom klaren Verstand hüpfen. Ihre ganze Seite war aufgerissen, und das, was ich vorher für ein Seil oder einen Gürtel gehalten hatte, den sie hinterherschleifte, war in Wirklichkeit ihr Darm. Nein, wirklich. Was ich da gesehen habe, das konnte einfach nicht sein.

Ich komme also unten an, und schaue mich um, als ich bemerke, daß nicht nur die Vordertür in Wohnzimmer liegt, sondern auch die Hintertür nur noch in Splittern in den Scharnieren hängt. Da fallen auch schon die beiden Typen, knochenkrachend und blutschmatzend die Treppe runtergestürzt, und rappeln sich aber sofort gierig knurrend wieder auf. Ab in die Küche. Ich renne also zum Hängeschrank, um meine Taschenlampe zu holen, weil ja gerade die Sonne untergeht, und ich hier im Dunkeln kaum meine Haut heil raushole, als die Küchentür aufkracht, und der erste durch torkeln will. Ich schieße, was das Zeug hält, aber er kommt näher, und ich versuche, mich hinter dem Küchentisch in Deckung zu bringen. Näher kommt der, und ich treffe einfach nicht, da greife ich nach dem Küchenbeil und hacke auf den Typ ein. Die Finger fliegen weg, wie kleine Cocktailwürstchen. Das interessiert den überhaupt nicht. Während der nach mir drischt, hacke ich wie wild auf ihn ein, und sehe aus dem Augenwinkel die Frau durch die Küchentür kommen, als es mir endlich gelingt, einen Schnitt gegen den Hals anzubringen. Der Kopf klappt nach hinten. Ein Fetzen Haut hält ihn oben, aber der Ruck des zurückkippenden Kopfes reicht, die Halswirbelsäule mit lautem Krachen zu brechen, und der Typ bricht zusammen, wie ein nasser Sack.

Die Frau taumelt um den Tisch herum, und ich springe drunter durch, aus der Küche raus und knalle die Tür hinter mir zu. Ich muß hier weg! Das ist ja Wahnsinn, schießt es mir durch den Kopf. Ich also nochmal auf den Dachboden, und schnappe mir Rucksack und Schlafsack, und renne in den Keller, um den Schlüssel zum Schuppen zu holen. Als ich aber die Kellertür zum Hof hin aufstoße, wartet dort schon wieder so ein Freak. Und was für einer. Eine alte Oma, soweit man das mit halben Gesicht erkennen kann. War hier gerade eine Reisegesellschaft unterwegs, oder was?

Ich springe also zurück so schnell ich kann, und versuche die Tür wieder zu zu drücken, als ich merke, daß sich noch ein Gewicht schwer dagegen wirft. Das hat also keinen Zweck: Treppe hoch, und die Tür zu werfen. Als ich die Treppe hochkomme, schaffe ich es eben noch, die Oma wieder die Treppe runterzutreten, und die Kellertür ins Schloss zu knallen, als ich Schritte auf der Veranda höre. Mein Gott, das hört wohl gar nicht auf.

Ich renne hinten rum über den Hof, und komme an meinen Schuppen. Die Tür ist schnell auf, und drinnen finde ich meine Sachen: Ein Kofferradio, ein paar Konserven und auch noch die Schrotflinte meines Großvaters. Mann, danke Dir! Patronen sind noch drin, und eine Schachtel mit fünf weiteren liegt daneben. Der Spaten ist schnell aus der Ecke geschnappt, und ich renne zu meinem alten Wagen. Verdammt, die Schlüssel liegen neben meinem Telephon. So schnell ich also kann, renne ich wieder ins Haus, und greife nach dem Schlüsselbund. Flink bin ich wieder draußen, ab ins Auto, Schlüssel ins Schloss und los... Bis ich merke, daß das Hoftor noch zu ist. Und das ist schließlich kein blöder Film oder sowas, also ist das ein stabiles Tor. Ich steige aus, und mache dieses Gitter zur Seite, da kommen schon wieder zwei angetorkelt: Die liebe Oma, daß Seilmädchen aus der Küche, und noch ein weiterer Passant, der sich mir noch nicht vorgestellt hat. Mit Hängen und Würgen schaffe ich es, mir die vom Hals zu halten, und mit Hackebeil und Colt zu erledigen. Nachdem ich einen kurzen Moment Ruhe habe, kotze ich mich erst mal aus. Das war´s wohl mit dem sinnvollen Abendessen. Ab ins Auto und losgefahren.

Ein kurzer Blick auf die Benzinanzeige sagt mir, daß ich wohl bei meinen Nachbarn vorbeischauen muß. Die haben eine Zapfsäule für ihre Maschinen, und da kann ich wohl auftanken. Inzwischen lasse ich das Radio laufen, und höre dort nur irgendwelche Nachrichten über verrückte Massenmorde, und Massenhysterie. Hilft alles nichts, ich muß einen Arzt finden. Aber erst mal tanken, sonst schaffe ich es nie zur Stadt. Als ich im Dunkeln nach einer halben Stunde an das Tor zum Gelände meiner Nachbarn komme, ist alles still. Ich steige aus, und kann sehen, daß die Lichter im Haus der Leute an sind und alles ruhig scheint. Ich mache das Tor auf...